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SCHULZ BLEIBT BIS 2026

Der Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses Wilfried Schulz bleibt für fünf weitere Jahre im Amt. Dies gilt auch für Claudia Schmitz, die Kaufmännische Direktorin.
 

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DER SANDMANN

»Der Sandmann« ausgezeichnet mit dem Publikumspreis des China Shanghai International Arts Festival. >> weitere Infos
 

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VORSTAND WIEDERGEWÄHLT

Der Beirat hat den Vorstand der Theatergemeinde für weitere vier Jahre gewählt. In der Gruppe rund um die 1. Vorsitzende Dr. Heike Spies bleibt das bewährte Team auf den Posten. >> weitere Infos
 

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WEIHNACHTSLESUNG

Auch in diesem Jahr liest Dr. Heike Spies wieder unter dem großen Weihnachtsbaum im Goethe-Museum. Traditionell am 2. Advent, 9.12.18 um 15 Uhr. Reservieren Sie jetzt schon Karten.
 
 
 


Der Kaufmann von Venedig


William Shakespeare | Schauspiel | Central Große Bühne

DER KAUFMANN VON VENEDIG (1598)
von William Shakespeare (1564 – 1616)
(Übersetzung von Elisabeth Plessen)

„Die Bosheit, die ihr mich lehrt, will ich ausüben, und es muss schlimm zugehen, wenn ich meine Lehrer nicht überträfe.“(Shylock)
Das Stück spielt in Venedig, einem Ort des Wohlstandes und weltoffenen Handels. Im Mittelpunkt stehen der „Königliche Kaufmann“ Antonio (Andreas Grothgar) und der „Jude“ Shylock (Burghart Klaußner), ein Geldverleiher, als Wucherer von der feinen Gesellschaft verspottet und verachtet. Als Antonio von seinem Freund Bassanio um eine größere Summe Geldes für seine Brautwerbung um die schöne und reiche Portia gebeten wird, verschuldet er sich bei dem sonst so geschmähten Shylock. Der fordert als Rache für erlittene Demütigungen nicht Zinsen von Antonio, sondern bei säumiger Rückzahlung das berüchtigte „Pfund Fleisch“ aus dessen Körper. Tatsächlich gerät der Kaufmann in Geldnot und Shylock pocht gnadenlos auf Einhaltung des Paktes.
Zweifellos ist diese Komödie die politischste und geheimnisvollste des Autors und bedeutet zugleich in der Figur des „Bösen Juden“ eine ganz besondere Herausforderung für heutige Inszenierungen. Zu Shakespeares Zeit war die Bühnenfigur des geld- und blutgierigen Juden auf europäischen Bühnen gang und gäbe. Das Elisabethanische Theater übernahm sie als volkstümliches Motiv aus den schauerlichen Mysterienspielen des 13., 14. und 15. Jahrhunderts und verstand sie mehr oder weniger als abstrakte Figur. Eine soziale Tendenz fehlte für die Shakespeare-Zeit nicht zuletzt deshalb, weil in England seit der Judenvertreibung von 1290 kaum noch Glaubensjuden lebten. Shakespeare übernahm in seinem Werk nicht nur einzelne Motive, sondern auch ganze Szenen aus vorhandenen Stücken, so etwa aus Marlows fünf Jahre zuvor erschienen „Der Jude von Malta“. Auch das Fleischpfand als blutgierige Rache war nicht neu. Bei Shakespeare erfahren die volkstümlichen Figuren jedoch eine vertiefte Motivation und werden zu Charakteren weiterentwickelt, zu Subjekten menschlicher Leidenschaft. Sie erscheinen nicht mehr als Stereotypen, sondern in ihrer ganzen Ambivalenz. So wird Shylock heute nicht mehr als burleske Figur, als komischer Schurke oder gar dämonischer Bösewicht verstanden, sondern darüber hinaus als tragische Figur, als Opfer: als der betrogene Betrüger. Und auch der scheinbar edle Königliche Kaufmann Antonio, zunächst die Verkörperung des Renaissance-Humanismus, ist durchaus auch als Vertreter einer brüchigen und hohlen, arroganten Gesellschaft zu verstehen. Alle Zuschreibungen von Gut und Böse, Gnade und Recht, Christ und Jude relativiert Shakespeare beim Auftritt Portias im Gerichtssaal mit der einfachen Frage: „Wer ist der Kaufmann hier und wer der Jude?“
Die Düsseldorfer Inszenierung stellt die Frage nach der Offenheit einer Gesellschaft, nach dem Umgang mit Minderheiten und Ausgeschlossenen und nach verborgenen Vorurteilen.

Regie: Roger Vontobel
Premiere: 17. Februar 2018 - CENTRAL – Große Bühne

Text: Christa Fluck


Termine

29. März 2019

28. April 2019

08. Mai 2019