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Der Beirat hat den Vorstand der Theatergemeinde für weitere vier Jahre gewählt. In der Gruppe rund um die 1. Vorsitzende Dr. Heike Spies bleibt das bewährte Team auf den Posten. >> weitere Infos
 

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Auch in diesem Jahr liest Dr. Heike Spies wieder unter dem großen Weihnachtsbaum im Goethe-Museum. Traditionell am 2. Advent, 9.12.18 um 15 Uhr. Reservieren Sie jetzt schon Karten.
 
 
 


Das Schloss


Franz Kaffka | Schauspiel | Central Große Bühne

DAS SCHLOSS
nach dem Roman von Franz Kafka

Es war spätabends als K. ankam. Vom Schlossberg war nichts zu sehen, Nebel und Finsternis umgaben ihn, auch nicht der schwächste Lichtschein deutete das große Schloss an.

Im Laufe der Jahre ist DAS SCHLOSS so oft als Bühnenstück oder Film gezeigt worden, dass man vergessen könnte, dass es im Original ein Romanfragment ist. Das 1922 – nach einer langen Schaffenspause - entstandene, unvollendet gebliebene Werk wurde erst 1926 vom Kafka-Freund und Nachlassverwalter Max Brod postum veröffentlicht und mit einem umfänglichen „Nachwort zur ersten Ausgabe“ versehen, in dem der Freund über einen vermutlich von Kafka geplanten Schluss berichtet.
Das Schloss, das bei K.s Ankunft unsichtbar ist, bleibt auch bei Tageslicht ungreifbar und unerreichbar. Dennoch ist es als geheimnisvolle Überwachungsmacht allgegenwärtig und legt sich als Ahnung eines bedrohlichen, undurchschaubaren Befehls- und Kontrollapparates über alle Aktivitäten der Dorfbewohner, die sich in unterwürfiger Systemtreue dem Fremden gegenüber unnahbar und abweisend zeigen. Offensichtlich sind ihnen Überwachung und Bevormundung schon zur Gewohnheit geworden, sodass die von allen befürchteten Sanktionen im Roman gar nicht ausdrücklich benannt werden müssen. Wer auch immer als Vertreter der Schloss-Verwaltung auftaucht, seine Stellung und Bedeutung im hierarchischen Machtgefüge bleiben mysteriös. Doch auch K.s von ihm behauptete Mission als bestellter Landvermesser lässt sich nicht wirklich klären.
Ganz offensichtlich lassen Zuversicht und Entschlossenheit des Neuankömmlings allmählich nach und wenn Barnabas, ein vermuteter Bote des Schlosses, ihn warnt: „Gib acht, der Weg geht abwärts!“, so liegt das Scheitern des kleinen Mannes vor dem allmächtigen, Orwell’schen Willkürsystem in der Luft. Und gerade wenn sich für K. - der inzwischen den unbedeutenden Job eines Schuldieners angenommen hat - in Gesprächen mit Dorfbewohnerinnen eine ganz vage Annäherung an die sich ihm immer wieder entziehende Wirklichkeit vermuten lässt, bricht Kafka ab. Mit der Frage: “Sie verstehen mich?“ lässt er seinen Protagonisten in Ohnmacht und Isolation allein.

Im Nachwort bietet Max Brod einen Schluss an, den ihm Kafka im Gespräch erzählt haben soll und der aus der gesellschaftskritischen Parabel eindeutig eine Satire auf Bürokratie und Unterwürfigkeit macht. Da heißt es:
„Der angebliche Landvermesser erhält wenigstens teilweise Genugtuung. Er lässt in seinem Kampfe nicht nach, stirbt aber vor Entkräftung. Um sein Sterbebett versammelt sich die Gemeinde, und vom Schloss langt eben die Entscheidung herab, dass man ihm gestatte, hier zu leben und zu arbeiten.“

Regie: Jan Philipp Gloger
In der Hauptrolle: Moritz Führmann
Premiere: 15. September 2018 im CENTRAL – Große Bühne

Text: Christa Fluck


Termine

11. April 2019

02. Mai 2019

25. Juni 2019