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Der Idiot


Fjodor M. Dostojewskij | Schauspiel | Central Große Bühne

DER IDIOT
nach dem Roman von Fjodor M. Dostojewskij (1821 – 1881)
Deutsch von Swetlana Geier
Bühnenfassung von Matthias Hartmann, Janine Ortiz und Ensemble

„Der Idiot“ ist einer der bekanntesten Romane Dostojewskijs. Er schrieb ihn 1868/69 in Genf und Mailand und veröffentlichte ihn zunächst in einer der zu seiner Zeit bedeutendsten Zeitschriften Russlands.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fürst Lew Nikolajewitsch Myschkin, der nach einem jahrelangen Aufenthalt in einem Schweizer Sanatorium von seiner Epilepsie geheilt nach Petersburg in eine ihm völlig fremd gewordene Welt zurückkehrt. Der Gesellschaft, die sich zwischen Feudalismus und Kapitalismus einzurichten sucht, erscheint der Rückkehrer als naiver, weltfremder Sonderling, eben als „IDIOT“. Dostojewskijs Anliegen war es, in Myschkin - im Gegensatz zur deformierten Gesellschaft - einen „wahrhaft vollkommenen und schönen Menschen“ darzustellen. In einem Entwurf nannte er ihn „Fürst Christus“.
Der Regisseur Matthias Hartmann geht in seiner Inszenierung von dieser Intension aus: er stellt der Aufführung eine Szene voraus, in der der Protagonist in einem epileptischen Anfall höchstes glückhaftes Selbstempfinden und Selbstbewusstsein sowie „höchste Harmonie und Schönheit“ in seinem ehrlichen Leiden durchlebt. Für diese Sekunden des „voll empfundenen, grenzenlosen Glücks“, dem „Gefühl von Fülle, Maß, Frieden und ekstatisch anbetendem Einsseins“ wäre er bereit, „sein ganzes Leben hinzugeben.“
Dann erst beginnt die Romanhandlung, die allerdings nicht immer streng chronologisch erzählt wird. Hartmann stellte vor Probenbeginn allen Beteiligten die Aufgabe, den Neunhundert-Seiten-Roman zu lesen und anschließend Szenen, die besonders wichtig und interessant erschienen, in Spielhandlung umzusetzen. Dabei werden die einzelnen Darsteller/innen zugleich zu Akteuren, Erzählern und Kommentatoren. Eine komplizierte und leicht distanzierende Erzählweise, die zu einem höchst interessanten Erzähl-Spiel führt.
Die Inszenierung vernachlässigt dabei die religiösen und metaphysischen Aspekte des Romans und gibt dafür einer fast boulevardesken Liebesgeschichte viel Raum in der vierstündigen Aufführung. Doch trotz heiterer Szenen steht am Ende das Scheitern des „wahrhaft vollkommenen Menschen“. „Alles hat seinen Weg…. Er allein ist allem fremd und ist ein Ausgestoßener“, endet der Epilog.
Die Inszenierung - eine Koproduktion mit dem Staatsschauspiel Dresden – die der neue Intendant Wilfried Schulz mit nach Düsseldorf brachte, kam in Dresden bereits im Januar zur Aufführung und erhielt große Zustimmung bei Publikum und Kritikern.

Regie: Matthias Hartmann
In der Hauptrolle: André Kaczmarczyk
Musik: Paviz Mir-Ali - Video: Motitz Grewenig
Düsseldorfer Premiere: 8. Oktober 2016, CENTRAL Große Bühne – 4 Stunden, 2 Pausen
Text: Christa Fluck

Pressestimmen:
Der Spiegel
Wolfgang Höbel, 23.01.16
»Der Regisseur Matthias Hartmann hat mit ›Der Idiot‹ eine vergnügliche, herzergreifende Aufführung zustande gebracht – und sich zurückgemeldet unter die wichtigen Regisseure des deutschsprachigen Theaters.«

Deutschlandfunk
Hartmut Krug, 19.01.16
»So präzise wie spiellustige Schauspieler. Zu erleben ist wunderbar konzentriertes spielerisches Erzähltheater. Eine kluge Bühnenadaption des Romans.«

Der Idiot

Matthias Horn



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