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Hexenjagd


Arthur Miller | Schauspiel | Central Kleine Bühne

HEXENJAGD
von Arthur Miller (1915 – 2005)
Deutsch von Hannelene Limpach und Dietrich Hilsdorf
Arthur Miller schrieb das Stück “Hexenjagd“ 1953, zur Zeit der Kommunistenjagd der McCarthy-Ära in den USA. Zweifellos war es als kritischer Kommentar zum Zeitgeschehen gemeint, spielt jedoch im Jahr 1692 in der kleinen Stadt Salem im heutigen Massachusetts. Miller beruft sich dabei auf ein tatsächliches Ereignis: Ort, Zeit und sogar die Namen der handelnden Personen sind authentisch. In einer dem Stück voraus gestellten „Bemerkung zur historischen Genauigkeit des Stückes“, erklärt er, dass „der dramatische Zweck es erforderte, manchmal aus mehreren Charakteren einen zu machen“. Als Quellen dienten ihm Briefe, Gerichtsprotokolle und Pamphlete aus der Zeit. Das Stück will am Beispiel der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit zeigen, wie Angst, Denunziation, Massenwahn und Machtmissbrauch zu allen Zeiten Verheerendes anrichten. Wie eine Bestätigung seiner These erscheint die Tatsache, dass er auf Grund seines sozialen Engagements und seiner Gesellschaftskritik 1956 selbst ins Visier des McCarthyismus geriet und schließlich, als er sich weigerte, die Teilnehmer eines kommunistischen Schriftstellerkongresses zu benennen, 1957 wegen „Missachtung des Kongresses“ zu einer Gefängnis- und Geldstrafe, sowie Entzug des Passes verurteilt wurde.
Miller schafft mit HEXENJAGD eine zeitlose Parabel über die Mechanik einer Massen- und Verfolgungshysterie. Er schildert, wie aus einem an sich harmlosen Spuk pubertierender Mädchen im bigotten Puritanismus einer Kleinstadt ein Hexenkessel wird. Im 1. Akt beschreibt er in epischer Breite die sozialen Hintergründe „der Tragödie von Salem“ und die Hexenjagd als „perversen Ausdruck“ einer scheinheiligen Gesellschaft. Um von persönlicher Schuld abzulenken, werden Teufelswerk und Hexenzauber beschworen, wobei sich der fundamentalistische Wahn mit persönlichen Ressentiments und Beschuldigungen verquickt und für viele Menschen in Kerker, Folter oder am Galgen endet. „Lang unterdrückter Hass konnte nun offen ausgedrückt und Rache genommen werden“ und „man konnte seinen Nachbarn der Hexerei bezichtigen und sich dabei im Recht fühlen. Alte Rechnungen konnten auf der Ebene eines himmlischen Kampfes zwischen Gott und Luzifer beglichen werden, “ so Miller im 1. Akt, der allerdings nur gekürzt auf die Bühne kommt.
Der junge russische Regisseur Evgeni Titov gibt das auf knapp drei Stunden gekürzte Stück mit großer Besetzung auf einer klassischen Bühne mit Vorhang. Er lässt die vierzehn Schauspieler*innen in zeitlosen Kostümen expressiv und präzise agieren und verzichtet auf jegliche Aktualisierung.
Regie: Evgeni Titov
Musik: David Lipp
Mit: Manuela Alphons, Markus Danzeisen, Janna Gangolf, Lieke Hoppe, Stefan Gorsky, Florian Lange, Andrei Viorel Tacu, u.a.
Premiere: 10. Juni 2017, CENTRAL – Kleine Bühne - Beginn 19 Uhr - Knapp 3 Std. mit Pause
Text: Christa Fluck

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