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Ellbogen


Fatma Aydemir | Schauspiel | Central Kleine Bühne

ELLBOGEN
Nach dem Roman von Fatma Aydemir
URAUFFÜHRUNG
Es ist so da und es ist so heftig, dass man es fast anfassen kann. Wut. Meine ist so groß, dass sie nicht in mich hineinpasst.
Mit diesem Satz beginnt das eigentliche Drama im fünften Kapitel des 271 Seiten umfassenden Debütromans der Journalistin Fatma Aydemir, der auf eine Dramenlänge gekürzt für die Bühne adaptiert wurde. Der Name der Autorin verrät ihren Migranten-Hintergrund und auch die Heldin der Geschichte, die fast erwachsene Hazal, ist Deutschtürkin aus Berlin. Während der Roman sich in den ersten vier Kapiteln mit klischeehaften Milieuschilderungen aufhält: da ist die kaum deutsch sprechende Mutter, die sich von einer türkischen Kitsch-Serie zur anderen hangelt während sie das Haus hütet und der verbitterte Vater, ein mürrischer Taxifahrer, der seine Freizeit mit anderen türkischen Männern im türkischen Café absitzt. Und da sind die kleinkriminellen Kinder, die ja nicht stehlen, sondern nur immer wieder vergessen zu bezahlen. ( „Mal ganz ehrlich,…Türken klauen halt“.) Während das alles im Roman allzu erwartungsgemäß ausgebreitet wird, kann das Bühnenstück gleich zum eigentlichen Geschehen kommen. Es ist der achtzehnte Geburtstag unserer Protagonistin und Hazal will mit zwei (türkischen) Freundinnen ordentlich einen drauf machen. Sie versuchen, im Berliner Technotempel BERGHAIN, einem der begehrtesten Clubs der Welt, Einlass zu finden. Vergeblich. Nicht weil sie Türkinnen sind, sondern weil ihr Stil nicht passt, werden sie abgewiesen. „Heute nur Stammgäste!“ sagt der Türsteher. Sie kehren um: genervt, besoffen, wütend. Und
ihre Wut steigert sich, die Situation eskaliert und endet in einem Verbrechen. Hazal flieht nach Istanbul zu ihrem Facebook-Freund Mehmet.
Der zweite Teil des Romans spielt in dieser Weltstadt im Umbruch, von der Hazal geträumt hat und deren Wirklichkeit sie so ganz anders empfängt. Doch auch hier, wie im ersten Teil in Berlin-Wedding, geht es nicht um eine Sozialreportage, sondern um eine Selbstfindung. „Eine knallharte, hochemotionale Geschichte über postmigrantische Verlorenheit, Gewalt, Schuld und das Erwachsenwerden in einer chaotischen Welt“, nennt Frederik Tidén, der Dramaturg, das Stück, das keine Lösung bietet. Ich öffne die Augen, sehe ein Stück Nacht und lächle mir selbst zu, lässt Fatma Aydemir ihre Ich-Erzählerin zum Schluss sagen.
Regie: Jan Gehler
Mit: Cennet Rüya Voß (Hazal); Tabea Bettin, Florenze Schüssler, Lou Strenger (Freundinnen) u.a.
Premiere der Uraufführung: 15. September 2017 – CENTRAL – Kleine Bühne
Text: Christa Fluck

Ellbogen

Thomas Rabsch



Termine

07. Januar 2019