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FROHE OSTERN!!!

Wir wünschen allen Mitgliedern frohe Ostertage!!!
 

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SCHLOSSFRÜHLING

Kleiner Tipp: Geniessen Sie den Schlossfrühling am 21. u. 22.4. auf Schloss Dyck. Die Art:card für den Eintritt bekommen Sie bei uns.
 

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SCHULZ BLEIBT BIS 2026

Der Generalintendant des Düsseldorfer Schauspielhauses Wilfried Schulz bleibt für fünf weitere Jahre im Amt. Dies gilt auch für Claudia Schmitz, die Kaufmännische Direktorin.
 

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DER SANDMANN

»Der Sandmann« ausgezeichnet mit dem Publikumspreis des China Shanghai International Arts Festival. >> weitere Infos
 

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VORSTAND WIEDERGEWÄHLT

Der Beirat hat den Vorstand der Theatergemeinde für weitere vier Jahre gewählt. In der Gruppe rund um die 1. Vorsitzende Dr. Heike Spies bleibt das bewährte Team auf den Posten. >> weitere Infos
 

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WEIHNACHTSLESUNG

Auch in diesem Jahr liest Dr. Heike Spies wieder unter dem großen Weihnachtsbaum im Goethe-Museum. Traditionell am 2. Advent, 9.12.18 um 15 Uhr. Reservieren Sie jetzt schon Karten.
 
 
 


Hundeherz


Michail Bulgakow | Schauspiel | Central Kleine Bühne

HUNDEHERZ oder DAS HÜNDISCHE HERZ
Nitzberg nach der Erzählung von Michail Bulgakow (1891 – 1940) Bühnenfassung in elf Bildern von Alexander
Ein prasselndes Panoptikum tut sich auf in der Groteske aus dem Jahr 1925 über den Straßenköter Lumpi, der in Moskau unters Skalpell des Verjüngungschirurgen Fillipp Filippowitsch Preobaschenski kommt, der aus ihm ein menschenähnliches Wesen schaffen will. Dem Tier werden Hoden und Hypophyse eines gerade verstorbenen Säufers und Kleinkriminellen verpflanzt und tatsächlich beginnt danach eine Vermenschlichung des Hundes: Er geht auf den Hinterbeinen, lernt wortweise zu sprechen und erhält Papiere auf den Namen Poligraph Poligraphowitsch Lumpikow. Er wird „Vorsitzender der Unterabteilung für die Bereinigung der Stadt Moskau von wild streunenden Tieren (Katern u. a.)“, entwickelt sich aber zugleich mehr und mehr zu einem kaltherzigen Schlawiner, der Chaos und Anarchie verbreitet und für seinen Schöpfer zum Albtraum wird, sodass dieser sich entschließt, die OP rückgängig zu machen. “Massel gehabt, so richtig Massel gehabt“, konstatiert der schnuckelige Hund am Ende, nachdem aus Lumpikow wieder Lumpi geworden ist.
Michail Bulgakow schrieb diese Groteske als Parabel über den nachrevolutionären Kommunismus in der Sowjetunion und den unverrückbaren Glauben an die Veränderbarkeit des Menschen. Die kuriose medizinische Exaktheit vieler Details in dieser Geschichte ist der Tatsache geschuldet, dass Bulgakow Medizin studierte, seinen Beruf als Arzt jedoch im Jahr 1920 aufgab, um vom Schreiben zu leben. Er ging nach Moskau und veröffentlichte in der Zeitschrift Nedra eine Serie von Teufeliaden, zu der auch Das hündische Herz gehörte. Die Herausgabe wurde jedoch wegen konterrevolutionärer Tendenzen untersagt und man konfiszierte außerdem bei einer Hausdurchsuchung alle Manuskripte und Kopien. Dennoch kursierten diverse Abschriften (Samisdate) im Untergrund, die allerdings gelegentlich zu Verzerrungen des Originals führten. Es wird berichtet, dass Stalin die Arbeiten Bulgakows mit Vergnügen las, ihre Veröffentlichung jedoch strikt untersagte. Obwohl Bulgakow nach seinem Tod im Jahr 1940 schon Mitte der sechziger Jahre rehabilitiert wurde, kam es in der UDSSR erst 1987 zur Publikation einer authentischen Fassung der Erzählung in einer Werksausgabe des Schriftstellers.
Während die Satire nach den internationalen Veröffentlichungen in den sechziger Jahren (1968 im Luchterhand Verlag) als Exempel des Antikommunismus gelesen wurde, wird sie heute vorrangig als poetischer Text geschätzt und auf die Bühne gebracht. Der Versuch einer experimentellen Korrektur des Menschengeschlechts sowie der Kampf zwischen Schöpfer und Geschöpf lassen dabei zweifellos Assoziationen zu Goethes Faust und Shelleys Frankenstein zu.
Der junge Regisseur Evgeny Titov lässt in seiner Inszenierung zwei Welten voll Ironie aufeinander stoßen: einerseits die Opulenz des großbürgerlichen Lebens des renommierten Schönheitschirurgen als Relikt der alten Zarenzeit, andererseits das revolutionäre Aufbegehren des kommunistischen Proletariats. Er geht mit Bulgakow der Frage nach, wo eher Menschlichkeit zu finden sei, in der grausamen Arroganz der Bourgeoisie oder den gewaltsamen Umwälzungen durch den Aufstand der Unterdrückten.

Regie: Evgeny Titov, Dramaturgie: Janine Ortiz
Musik: Moritz Wallmüller
Mit: Andreas Grothgar (Chirurg), Torben Kessler (Hund/Mensch), Sebastian Tessenow (Assistent) u.a.
Premiere: 22. Februar 2019 CENTRAL – Kleine Bühne
Text: Christa Fluck

Termine

05. Mai 2019