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Auch in diesem Jahr liest Dr. Heike Spies wieder unter dem großen Weihnachtsbaum im Goethe-Museum. Am Sonntag , den 8.12.2019 um 15.00 Uhr. "Weihnachtsgeschichten und winterliche Gedichte zur Einstimmung in die Adventzeit".
 

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NIEDERRHEIN MUSIKFESTIVAL

Auch in diesem Jahr bieten wir Veranstaltungen des Niederrhein Musikfestivald an. >> weitere Infos
 
 
 


Maria Magdalena


Friedrich Hebbel | Schauspiel | Kleines Haus

Meister Anton: Sie hat mir nichts erspart -
Ich verstehe die Welt nicht mehr!
(Ende)

Friedrich Hebbel schrieb das Stück MARIA MAGDALENA im Jahr 1843 als Dreißigjähriger. Er wurde dazu angeregt durch das Milieu, in dem er damals lebte. Viele Jahre später, im Februar 1863 - wenige Wochen vor seinem Tod - nimmt er in einem Brief darauf Bezug. „Der Maria Magdalene“, schreibt er, (tatsächlich war das Stück zunächst durch einen Druckfehler mit „ Maria Magdalene“ betitelt) liegt ein Vorfall zu Grunde, den ich in München selbst erlebte, als ich bei einem Tischlermeister, der mit Vornamen sogar Anton hieß, wohnte. Ich sah, wie das ganze ehrbare Bürgerhaus sich verfinsterte, als die Gendarmen den leichtsinnigen Sohn abführten, es erschütterte mich tief.“ Neben den Münchner Erlebnissen dürften sich auch die dürftige Enge und väterliche Strenge im eigenen, kleinbürgerlichen Elternhaus in der dumpf-düsterlichen Stimmung des Stückes niederschlagen.
Es geht in der Familien-Tragödie um starre, inhumane Moralvorstellungen, Verständnislosigkeit, Heuchelei, um provinzielle Begriffe von Ehre, Familie und Schande, die schließlich in die Katastrophe führen. Das zu beschreiben, war offenbar damals für einen jungen Autor ein brisantes Unterfangen. Obwohl zwei Jahre zuvor Hebbels „JUDITH“ erfolgreich gespielt worden war, weigerte sich das (bürgerliche) Berliner Theater jetzt, diese realistische Gesellschafts-Charakteristik auf die Bühne zu bringen. Die „Nationalzeitung“ kritisierte die Ablehnung zwar scharf und schrieb: „Gründe eines prüden Anstandes wurden von allen Seiten hervorgesucht, um ein solches Verfahren zu rechtfertigen.“ Doch erst 1846 kam das Stück in Leipzig erfolgreich zur Uraufführung.
Das Drama gilt als letztes bürgerliches Trauerspiel und zählt zu den charakteristischen Stücken des Poetischen Realismus in Deutschland. (Es folgte das naturalistische Sozialdrama, das die Probleme der aufkommenden Industriegesellschaft und Großstädte mit ihren Sozialkonflikten zum Thema hatte.)

In der Düsseldorfer Inszenierung nähert sich der vielfach ausgezeichnete Regisseur und Leiter des Jungen Schauspielhauses Hamburg Klaus Schumacher dem Stoff aus heutiger Sicht. Er fragt nach, wie viel die gewaltvollen Begriffe von Ehre, (Schein-)Moral und Familienbanden noch mit unserer gegenwärtigen Gesellschaft zu tun haben.

Regie: Klaus Schumacher
Musik: Tobias Vethake
Mit: Stefan Gorski, Alexej Lochmann, Jan Maak, Tanja Schleiff, Christof Seeger-Zurmühlen, Cennet Rüya Voß, Tobias Vethake

Premiere: 27.April 2019 – CENTRAL – Kleine Bühne

Text: Christa Fluck


Termine

21. Oktober 2019

11. November 2019

29. November 2019