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Dantons Tod


Georg Büchner | Schauspiel | Grosses Haus

DANTONS TOD
Von Georg Büchner (1813 bis 1837)
Danton: Ich weiß wohl,- die Revolution ist wie Saturn, sie frisst ihre eigenen Kinder
Diesen Ausspruch, der inzwischen zu einem geflügelten Wort wurde, legt Georg Büchner seinem Helden Danton im ersten Akt - gleichsam als Vorahnung seines Schicksals – in den Mund. Tatsächlich sind es die letzten Worte des Revolutionärs Pierre Vergniaud, der ein halbes Jahr vor Danton hingerichtet wurde. Wie dieses Zitat, so verwendet Büchner eine Fülle authentischer Quellen (fast 20 % des Dramentextes) und bleibt damit sehr nahe am historischen Geschehen. Er schreibt das Stück im Januar/Februar 1835, das heißt 41 Jahre nach dem geschichtlichen Ereignis, das im Frühjahr 1794 in Paris spielt. Es ist seine erste dramatische Arbeit. Büchner ist selbst erst 21 Jahre alt, hat Medizin studiert, sich aber gleichzeitig intensiv mit der Revolutionsgeschichte befasst und sich in Gießen der liberalen Opposition angeschlossen. Mit seiner revolutionären Streitschrift Der Hessische Landbote legt er sich öffentlich mit der Obrigkeit an und wird mehreren richterlichen Verhören unterzogen, bevor er Anfang März 1835 über die Grenze nach Straßburg flieht. Das Stück,
das in dieser politisch aufgeheizten Zeit entstand, befasst sich am Beispiel des Juristen und Revolutionärs Georg Danton mit der Frage des Umschlagens ursprünglich freiheitlicher Ideale in zynische Willkürherrschaft, Terror und Diktatur. Büchner zeichnet Danton (Wolfgang Michalek) als Mann, der die Schreckensherrschaft, an der er als Justizminister selbst mitwirkte, möglichst rasch beenden will. Er sieht keine Notwendigkeit für weiteres Blutvergießen, will jetzt gewaltlos eine Republik errichten und macht sich so den fanatischen Robespierre - einst sein Mitstreiter bei den Jakobinern - zum Feind. (Im Stück erfahren wir nicht, dass Robespierre wenig später selbst hingerichtet wird.) Die Figuren des Stücks sind weitgehend authentisch bis auf die Hure Marion und Dantons Ehefrau Julie, die sich im Drama stark idealisiert das Leben nimmt (vermutlich Shakespeares „Julia“ nachempfunden) , während die historische zweite Ehefrau Louise tatsächlich erst 1856 starb und damit sowohl Danton als auch den Büchner überlebte. Die Düsseldorfer Inszenierung fügt noch die Figur der ersten Feministin Olympe Gouges (hingerichtet 1793) mit Originaltexten und einige Proletarier hinzu. Das Stück, das literarisch als wichtiges Werk des Vormärz gilt, wurde zwar schon 1835 stark gekürzt und zensiert gedruckt (und war damit das einzige Werk Büchners, das zu seinen Lebzeiten veröffentlicht wurde), kam aber erst 1902 im Original in Berlin zur Uraufführung. Interessant, dass die Eröffnung der Spielzeit 2019/20 im renovierten Schauspielhaus mit DANTONS TOD gefeiert wird, dem Stück, das auch 1970 zur Einweihung des neuen Baus von Bernhard Pfau unter dem Intendanten Karl Heinz Stroux gegeben wurde. Damals allerdings begleitet von lautstark protestierenden Studenten, die draußen schrien: Bürger in das Schauspielhaus – schmeißt die fetten Bonzen raus. Wenn auch derzeit in Düsseldorf nicht mit Studentenprotesten gegen das Stadttheater zu rechnen ist, so sieht der Regisseur der neuen Inszenierung Armin Petras doch eine Vergleichbarkeit zwischen der „hitzigen wie unberechenbaren Zeit“ des Dramas und „der heutigen, die in der Unübersichtlichkeit der politischen Positionen gar nicht so unähnlich ist“. So ist es gerade die atemlose Stimmung auf den Straßen, das rasante, überhitzte Klima der Zeit - gespiegelt in den Nöten der kleinen Leute, die sich in einer ganz neu zu interpretierenden Welt völlig umorientieren müssen - die Petras in Düsseldorf mit viel Personal auf die Bühne bringt.
Regie: Armin Petras - Musik: Anna K. Bauer - Video: Clemens Walter – Choreografie: Denis Kuhnert
Premiere: 20.September 2019 – Schauspielhaus – Großes Haus - Gustaf-Gründgens-Platz

Text: Christa Fluck


Termine

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