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Die Entdeckung des Himmels


Harry Mulisch | Schauspiel | Grosses Haus

Die Entdeckung des Himmels
Nach dem Roman von Harry Mulisch
(1927 – 2010)
Deutschsprachige Erstaufführung
Es geht um die Bühnenadaption des 1992 er-schienene literarischen Meisterwerks des nieder-ländischen Autors Harry Mulisch, das 2007 im Rahmen einer Leseraktion zum „besten nieder-ländischen Buch aller Zeiten“ gewählt wurde. Im Kern des 900 Seiten starken Oeuvres steht der göttliche Entschluss, angesichts des üblen Trei-bens der Menschheit seinen dereinst mit Moses geschlossenen Bund aufzukündigen und die stei-nernen Gebotstafeln zurückholen zu lassen. Dazu bedarf’s allerdings sowohl der Engel als auch der Menschen und das bedeutet, dass sowohl das Himmlische als das Irdische, sowohl die Mystik als auch das Profane ihren Platz in der Geschich-te finden. Dabei verflicht Mulisch eine Fülle von Themen und Handlungskomplexen zu einem vielschichtigen Gesellschaftsbild der zweiten Hälfte des 20sten Jahrhunderts. Trotz des „himmlischen“ Ansatzes durchziehen viele reale, empirische Fakten das Geschehen. So zeigt einer der Protagonisten, der Lebemann Max Delius, ganz reale autobiografische Züge des Autors: wie bei Mulisch ist Max‘ Vater ehemaliger öster-reichischer Offizier und gehört wie dieser zur Täterseite im Dritten Reich, während beide Müt-ter aus jüdischen Familien stammen. Die Frage nach der historischen Familienwahrheit ist einer der allzeit präsenten Konflikte des Buchs. Aus-gerechnet der Astronom Max (Moritz Führ-mann), der sich ganz empirisch mit Himmelsfra-gen beschäftigt, wird zum himmelsgelenkten Steintafel-Sucher auserkoren. Ihm zur Seite steht das konservative Sprachengenie Onno Quist (Christian Erdmann). Beide wurden am gleichen Tag gezeugt, woraus sich ihre „Seelenverwandt-schaft“ ergibt. Dann verlieben sich beide in die gleiche Frau, die Cellistin Ada Brons (Anna-Sophie Friedmann), reisen gemeinsam nach Ku-ba, bekommen den Sohn Quinten, ohne dass man zunächst weiß, wer von beiden der Vater ist. Ada fällt nach einem Unfall ins Koma, aus dem sie nach siebzehn Jahren von ihrer Mutter Sophie (Cathleen Baumann) durch eine Insulinspritze erlöst wird. Quinten (Jonas Friedrich Leonhardi) wächst bei der Großmutter zu einem außeror-dentlich begabten Jüngling heran und wird zum dritten im Bunde der Engelsgeführten, zum wahrhaft Auserwählten. In Gestalt von Andreas Grothgar und Serkan Kaya erscheinen die gott-gesandten Engel übrigens ganz konkret auf der Bühne und helfen uns erzählend und kommen-tierend, den roten Faden nicht zu verlieren. Denn Mulisch handelt mit seinen Figuren mehr oder weniger „die ganze Welt und ihre Widersprüche“ ab. Da geht es neben Autobiografischem um Kapitalismus und Kommunismus, um Studenten-revolten und Aktive Sterbehilfe, um Familien-strukturen und Schuldfragen und nicht zuletzt um Mystik und ein ambivalentes Gottesbild.
Die Adaption des Romans bringt der renommier-te Regisseur Matthias Hartmann auf die Bühne, der in Düsseldorf bereits „Michael Kohlhaas“ und „Lazarus“ inszenierte.
Premiere: 15.November 2019 Großes Haus
Text: Christa Fluck



Termine

24. April 2020

08. Mai 2020