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DerSandmann | Lizenz: Düsseldorfer Schauspielhaus
Foto: Lucie Jansch
DerSandmann | Lizenz: Düsseldorfer Schauspielhaus
Foto: Lucie Jansch

... Der Sandmann

Es gibt sie, diese Momente, da sitzt man im Theater und weiß: Das, was man gerade sieht, ist etwas ganz besonderes. Das ist nicht nur eine besonders gute Inszenierung, es ist ein Stück Theatergeschichte, eine Produktion, über die man in Jahren noch sprechen wird. So einen Moment darf man erleben, wenn man in Robert Wilson´s Sandmann sitzt. Für das Stück eine Genrebezeichnung zu finden stellt einen bereits vor eine erste Herausforderung, denn es ist kein Musical, auch wenn viel gesungen wird, vielleicht eher eine Rockoper oder ein Schattenspiel mit Musik? Das Publikum ist gefordert an diesem Abend, es ist laut, es ist nicht leicht der Handlung zu folgen, man sollte E.T.A. Hoffmanns Sandmann kennen, ansonsten wird es schwierig, aber Wilson´s Bilder entwickeln einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Es sind Bilder, wie aus Albträumen, schaurige Fratzen, Schreie ohne Stimme, zeitlupenhafte Bewegungen, die eine solch unglaubliche Schönheit entfalten, dass man dem Stück regelrecht verfällt. Hinzu kommt die Musik von Anna Calvi, die nicht nur die Stimmung wunderbar einfängt, sondern die vor allem von Christian Friedel und Rosa Enskat stimmgewaltig gesungen wird. Es ist schade, dass es bisher keine Aufnahme der Musik gibt. Die Musiker und Schauspieler sind so gut, das möchte man eigentlich auch zu Hause noch hören können.
Ich kann nur jedem empfehlen, sich diese Inszenierung nicht entgehen zu lassen. Wer es nicht gesehen hat, hat etwas verpasst, aber Vorsicht: Der Sandmann entwickelt schnell Suchtpotential, ich war nicht die einzige, die bereits zum zweiten Mal drinnen war, und ich kann noch nicht sagen, ob ich widerstehen kann, noch einmal hineinzugehen, Ihre Janine Hartenstein.

Dienstag, 27.02.2018

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