Kleines Haus

Linda

Spielzeit 19/20
Schauspiel - Penelope Skinner

LINDA
von Penelope Skinner
Deutschsprachige Erstaufführung
„Ich bin eine preisgekrönte Geschäftsfrau.
Ich bin glücklich verheiratet, habe zwei hüb-sche Töchter, und passe immer noch in dassel-be Kleid wie vor fünfzehn Jahren.
Was könnte mich bedrohen?“
Die Frau, die das von sich sagt, tritt in elegan-tem schwarzen Jumpsuit und extrem hochha-ckigen Lackpumps auf die kalkweiße Bühne, die wie eine Rollwand zum Fotoshooting den Hintergrund bildet. Strahlend - und wie für sie geschrieben - bringt Claudia Hübbecker die Rolle dieser Erfolgsfrau Linda Wilde auf die Bühne. Temperamentvoll und siegesgewiss stellt sie in der ersten Szene ihre neue Werbe-kampagne für das Produkt „Visibility“ vor, eine Kosmetik nicht für die Zwanzig- oder Dreißigjährigen, sondern für die Frauen ihres Alters: die Fünfzigjährigen. Sie will diese Ver-gessenen, für die sich niemand mehr interes-siert, „sichtbar“ machen, will sie aus der „Un-sichtbarkeit“ herausholen. Will, dass man auf sie schaut, auf das, was sie leisten. Sie ist sich sicher, dass sie Erfolg haben wird mit dieser Idee. Verkörpert sie doch selbst diesen revolu-tionären Frauentyp als erfolgsverwöhn-te und„preisgekrönte Geschäftsfrau“, als „Seni-or Brand Managerin“ des Kosmetikkonzerns „Swan Beauty Corporation“. Sie ist sich sicher, dass sie auch dieses Mal wieder überzeugend war mit ihrer Performance, doch die Entschei-dung darüber trifft ein Mann. Und der wird sie bis Montag auf seine Entscheidung warten lassen. Hier beginnt der langsame Niedergang der souveränen Linda: Der ignorante Manager (Wolfgang Michalek) entscheidet sich für die junge Rothaarige (Hanna Werth), setzt sie ihr vor die Nase. Der unattraktive, mittelmäßige Ehemann (Thiemo Schwarz) träumt vom Aus-stieg aus dem tristen Lehrerdasein und einer Karriere als Rockstar an der Seite eines flippi-gen Girls, mit dem er erst einmal ins Bett geht. Auch ihre Töchter entgleiten ihr. Ganz auf das eigene Selbstbild fixiert, entgeht ihr, was die Mädchen umtreibt, wie sie sich verkriechen in Rollen, die sie nicht selbst sind und in denen sie sich schon als Zwanzigjährige „unsichtbar“ machen. Penelope Skinner schreibt ein Stück psychologisch-realistischen Theaters mit recht voraussehbaren Entwicklungen zu Problemen, die nicht wirklich neu sind, das vom Berliner Regisseur Marius von Mayenburg mit bravou-rösen Darsteller*innen zu einem spritzigen Un-terhaltungsstück wird.
„Linda“ wurde 2015 in London am Royal Court Theatre uraufgeführt und brachte der damals erst fünfunddreißigjährigen Autorin den Durchbruch auf den großen englischspra-chigen Bühnen bis nach New York (2017). In Düsseldorf kommt das Stück zur deutschspra-chigen Erstaufführung.
Regie: Marius von Mayenburg
Mit: Caroline Adam Bay, Chris Eckert, Claudia Hübbecker, Wolfgang Michalek, Lea Ruckpaul, Sophia Schiller, Thiemo Schwarz, Hanna Werth
Premiere: 3. November im Kleinen Haus im Schauspielhaus am Gustaf-Gründgens-Platz 1
Text: Christa Fluck

Christa Fluck

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Letzte Aktualisierung: 14.08.2020 19:15 Uhr     © 2020 Theatergemeinde Düsseldorf | Grabenstraße 8 | 40213 Düsseldorf