Kleines Haus

letztes Licht. Territorium

Spielzeit 19/20
Schauspiel - Thomas Freyer

LETZTES LICHT. TERRITORIUM
von Thomas Freyer
Uraufführung

„In seinem neuen Stück schreibt sich der Autor Thomas Freyer in das Thema Flucht und Migration ein“, heißt es im Informationstext des Schauspielhauses. Das klingt nach einem tagespolitischen Problem und aktuellem Stoff. Doch liest man im Spielzeitheft, was der Autor selbst über seine Arbeit, über den komplizierten Schreibprozess an diesem Stück, sagt, so ist eins gewiss: uns erwartet kein gesellschaftskritisches Lehrstück. Es heißt da: „ Herantasten. Mit dem Bleistift in der Hand….Einer Sache auf die Spur kommen. Einer Frage. Figuren tauchen auf. Sprachsplitter. Erste Sätze. In einen fremden Mund gelegt. Unpassend manchmal. Störrisch. Ein falscher Geschmack darin. Ein angestrengtes „Daraufherumkauen.“ Das Stück spielt in einer unbestimmten, postapokalyptischen Zeit, an einem trostlosen Ort, irgendwo an einem Hang überm Meer, hinter einer hohen Mauer, abgeschottet von allen anderen Menschen auf dem jenseitigen „Kontinent“. Der Boden ist ausgedorrt, die Vegetation erstorben in diesem „Territorium“, wo einst ein „Lager“ war. Vier Menschen harren hier aus: Magel, der Alte, (der sich möglicherweise verwirrter gibt als er tatsächlich ist); Zauda, die um Ausglich bemühte Mutter; Tochter Byosch und Sohn Zander. Jeder von ihnen hat eine Macke, doch sie scheinen sich arrangiert zu haben. Bis eines Tages eine Fremde von jenseits der Mauer auftaucht, die junge Suu, die den verdorrten Boden umzugraben beginnt und die grausigen Geheimnisse des Territotiums ans Licht bringt. Alte Schuld und verdrängte Erinnerungen brechen auf, die sicher zubetonierte Vergangenheit fordert ihren Tribut.
Thomas Freyer, geboren 1981 in Gera, setzt sich in seinen Stücken immer wieder mit gesellschaftspolitischen Themen unserer Zeit auseinander. Für sein poetisches Stück „ kein Land. August“ über Heimat und Flucht erhielt
er 2017 den Förderpreis zum Lessingpreis.

Regie führt Jan Gehlen, geboren 1983.
Es spielen: Zauda (die Mutter): Cathleen Baumann, Magel (der Alte):
Thomas Kitsche, Suu (die Fremde): Anna-Sophie Friedmann, Byosch:
Madeline Gabel, Ander: Alexej Lochmann.

Premiere: 13. Februar 2020 – Im Kleinen Haus

Text: Christa Fluck


Christa Fluck

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Letzte Aktualisierung: 14.08.2020 19:15 Uhr     © 2020 Theatergemeinde Düsseldorf | Grabenstraße 8 | 40213 Düsseldorf