Kleines Haus

In den Gärten oder Lysistrata Teil 2

Schauspiel - Sibylle Berg

„Was für eine gnadenlos witzige Identitätssuche, die nichts und niemanden schont. Man ist nach der Lektüre nicht bloß schlauer – sondern auch garantiert besser gelaunt.“ (Alina Bronsky)
Die Uraufführung „Identitti“ ist die Adaption des gleichnamigen Romans, der es in diesem Jahr auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises schaffte und große Aufmerksamkeit erlangte. Roman und Stück handeln von einer Düsseldorfer Professorin für interkulturelle und postkoloniale Studien, die vorgibt, Inderin d. h. „Person of Colour“ zu sein, in Wahrheit aber eine rein deutsche Weiße ist, sich die Haut verdunkeln ließ , ihren Namen Sarah Vera Tielmann ablege und sich nach der hinduistischen Göttin „Saraswati“ umbenannte. Es kommt zur Entlarvung und sie erntet einen wahren Shitstorm im Netz. Das trifft voll in die gerade tobende Identitätsdebatte, in der darum gestritten wird, wer für welche Minderheit sprechen darf.
Witzig und gewagt nimmt die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal das Thema auf: Im Mittelpunkt steht – neben Saraswati (gespielt von Friederike Wagner und Leila Abdulla) - die Studentin Nivedita Anand, alias IDENDITTI oder etwas umständlicher „Mixed-Race-Wonder-Woman“ (gespielt von Cennet Rüya Voss), die als Bloggerin ihre Community regelmäßig mit intelligenten Posts zu Sex und Race beglückt. Selbst tatsächlich „Person of Colour“ mit polnischer Mutter und indischem Vater (wie übrigens auch die Autorin), beruft sie sich in all ihren klugen Ideen und Inspirationen auf die von ihr hochverehrte Professorin Saraswati, deren Identitätsbetrug sie zutiefst erschüttert. Die gesamte PoC-Community tobt.
Nivedita sucht das Gespräch mit der Professorin, dass in die Frage mündet: Wenn Geschlecht fluid sein kann, warum dann nicht auch die eigene Herkunft?
Die Autorin Mithu Sanyal wurde 1971 als Tochter einer polnischen Mutter und eines indischen Vaters in Düsseldorf-Oberbilk geboren, wo sie auch heute noch lebt. Sie studierte deutsche und englische Literatur an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und promovierte über die Kulturgeschichte des weiblichen Genitals. Sie arbeitet als engagierte Journalistin, veröffentlicht in vielen renommierten Zeitungen, Journalen sowie im Radio und Fernsehen und schrieb Fachbücher. IDENTITTI ist ihr erster Roman.


Christa Fluck

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Letzte Aktualisierung: 24.11.2022 13:15 Uhr     © 2022 Theatergemeinde Düsseldorf | Grabenstraße 8 | 40213 Düsseldorf